SINGEN VERBINDET

    ​"Musik ist wie eine Brücke, sie verbindet Menschen miteinander"

    Die Freude am gemeinsamen Singen

    In einer zurzeit des Kulturkampfes für Olten stürmischen Epoche formierte sich der Kirchenchor St. Martin mit viel Kampfgeist zu einer Chorgemeinschaft, um das kirchenmusikalische Erbe in eine friedlichere Zukunft zu retten. Dieser Pioniergeist hat den Martinschor bis auf den heutigen Tag geprägt. Nach bescheidenen Anfängen erlebte der Chor glanzvolle Zeiten mit bis 90 aktiven Mitgliedern, was die Aufführung von viel beachteten grossen Werken  ermöglichte. 

    Kirchenchor St. Martin

     

    Der Ruf eines gepflegten Chores ist bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben, obwohl die Zeit seit dem Gründungsjahr ihren Tribut für einschneidende Veränderungen gefordert und von den Chormitgliedern grosse Flexibilität abverlangt hat. Diesen vielseitigen Aufgaben stellt sich der zurzeit ca. 35 Mitglieder zählende Chor mit grossem Engagement.

     

    Inzwischen ist auch das in den Anfängen unmöglich scheinende Miteinander der verfeindeten Konfessionen einvernehmlich gelöst worden, singen doch in denselben Reihen Mitglieder aller drei christlichen Landeskirchen zur Ehre Gottes.

     

    Seit seinem Gründungsjahr 1886 – wobei ein kleiner Chor bereits 1876 urkundlich erwähnt wird - ist der römisch-katholische Kirchenchor St. Martin in der Stadt Olten und in der näheren und weiteren Region mit seinen vielen Einsätzen an Sonn- und Festtagen ein Begriff. Einen Glücksfall für die musikalische Bereicherung der Gottesdienste in der gross angelegten neuromanischen St. Martinskirche stellen die zwei berühmten Orgeln aus dem Hause Mathis Orgelbau dar. 

     

    Neben bekannten Werken aus der Sakralliteratur widmet sich der Chor auch der modernen Kirchenmusik. Verschiedene Auftragswerke und Uraufführungen von zeitgenössischen Schweizer Komponisten ergänzen das Repertoire. Mit dem Einbezug des Kirchenvolkes in die musikalische Gottesdienstgestaltung wird dem Anliegen des heutigen Liturgieverständnisses entsprochen.

     

    Besonderes musikalisches Gewicht erfahren die Festgottesdienste an Ostern, Pfingsten, am ökumenischen Bettagsgottesdienst, am Fest des Kirchenpatrons St. Martin sowie in zwei Weihnachtsgottesdiensten. 

     

    Ein treuer Kreis von Gastsängerinnen und Gastsängern ermöglicht jeweils die Realisierung von Kompositionen mit grösserer Chorbesetzung. 

     

    Zu einem exklusiven Erlebnis wurden die Gottesdienstübertragungen aus der St. Martinskirche über Radio und Fernsehen DRS. Damit hat sich der Kirchenchor schweizweit Sympathien geschaffen.

     

    Die choreigene Choralschola pflegt mit viel Hingabe den Gregorianischen Gesang und bereichert mit ihrem Mitwirken die Liturgie. Davon zeugte auch die an der TonArt 07 gefeierte mitternächtliche „Nachtwache“ mit  Psalmengesängen der Gregorianik-Gruppe unter Mitwirkung eines Jazz-Saxophonisten. 

     

    Schon immer pflegt der Martinschor seine Reisefreudigkeit mit regelmässigen grösseren Kulturreisen und kleineren Ausflügen in benachbarte Gebiete. Bei verschiedenen gesellschaftlichen Anlässen profiliert sich der Chor mit weltlichen Gesängen. Fröhlichkeit und Freundschaft werden sorgsam gepflegt. Und wenn das Kirchenvolk stehend dem grandiosen „Halleluja“ aus Händels Messias lauscht, ist in St. Martin wieder Ostern.